Ich sehe was, was Du nicht siehst oder: wie werde ich Berater?

Sommer, Sonne, Urlaubszeit!  Endlich wieder bei 37 Grad im 200km Stau auf der Autobahn München-Salzburg stehen. Spiegeleier auf der Motorhaube braten. Und die Kinder auf der Rückbank durch lustige Spiele davon abhalten, sich gegenseitig zu erwürgen. Herrlich!

Ein beliebtes Spiel für Kinder ab 3 Jahren ist ja „Ich sehe was, was Du nicht siehst“. Für alle, die Ihre Kindheit auf dem Rücksitz mit einem Gameboy, einem Tamagotchi oder einem iPod mit DJ Ötzi in Dauerschleife ruiniert haben und keine Ahnung haben, wovon ich rede, kurz die Regeln: ein Spieler guckt sich einen Gegenstand, eine Person oder etwas sonstiges aus der Umgebung aus und beschreibt den Mitspielern dies mit den Worten „Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist…“. Hier ein passendes Adjektiv  einsetzen. Die anderen müssen jetzt raten, was das wohl sein könnte. Der erste Spieler kann weitere Hinweise geben und  sich an seinem Herrschaftswissen und dem langsamen Einkreisen der Lösung durch seine Mitspieler erfreuen. Wer seine kleine Schwester mit diesem Spiel besonders gut zu ärgern gelernt hat, wird später Berater.

Ist im Grunde dasselbe. Ein Berater hat ein Wissen, das dem Beratenen fehlt. Der Berater gibt dann solange Häppchen von seinem Wissen preis, bis der Beratene die Lösung auch sieht. Häufig genug war die Lösung eigentlich offensichtlich, aber wenn man, wie der beim Berater Hilfe Suchende, sein Augenmerk auf etwas anderes legt, sieht man den Wald oft genug vor lauter Bäumen nicht. Wer’s nicht glaubt, dem empfehle ich folgendes Video.

Nachdem Sie das Video gesehen haben,  können Sie Ihren Freunden und Feinden vorführen und lässig mit Ihrem Wissensvorsprung prahlen.

Natürlich erzielt der Berater einen positiven Effekt. Denn auch, wenn die Lösung oft gar nicht so weit weg liegt, hilft die Außensicht doch sehr für den klaren Blick. Und in so einem sensiblen Bereich wie Informationssicherheit sollte jeder für einen Hinweis von außen, wo die eigenen Baustellen liegen, dankbar sein. Wenn Sie nicht dieser Meinung sind, sind Sie vermutlich Mitglied des deutschen Bundestages und auch vier Wochen nach Bekanntwerden des Hackerangriffs immer noch am Netz. Aber vielleicht war ja wenigstens jemand (ein Berater!) so schlau und hat heimlich, still und leise Ihre Daten verschlüsselt, auf dass die Spione sie nicht lesen können.

Wenn Sie nicht Mitglied des Bundestages sind – und das sollte für die meisten von Ihnen, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, zufreffen –  können Sie jetzt selbst einmal das befriedigende Gefühl genießen, mit einem winzig kleinen Tipp einen großen positiven Effekt zu erzielen und dafür auch noch hoch belohnt zu werden (wie ein echter Berater).

Dazu ein kleines Spiel: Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist blau. Wenn man es sieht, muss man mit der Maus draufklicken.

Ja, ich möchte auch ein freundlicher Berater sein und klicke gerne!
Ja, ich möchte auch ein freundlicher Berater sein und klicke gerne!

Die von Ihnen so reichhaltig mit Wohlwollen überschüttete Person wird es Ihnen danken. Und vielleicht sogar verzeihen, beim „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ gegen Sie verloren zu haben.

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