Das Informationssicherheitsmanagementsystem – kurz: ISMS

Ratgeber_ISMS

In diesem Beitrag wollen wir Ihnen die wichtigsten Fragen zum Thema ISMS beantworten: Was ist ein ISMS und wofür benötige ich es? Worauf ist bei der Einführung und Nutzung eines solchen Systems zu achten? Warum ist eine Zertifizierung wichtig und wie kann ich diese glaubwürdig durchführen?

Inhalt:

  1. Was ist ein ISMS?
  2. Warum benötigt ein Unternehmen ein ISMS?
  3. Wie funktioniert ein ISMS?
  4. Welchen Mehrwert hat eine ISMS-Zertifizierung?
  5. Wie sieht die Auditierung eines ISMS aus?

Was ist ein ISMS? Definition und Grundlagen.

Ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) soll Unternehmen oder Organisationen vor Schadensfällen im Bereich Informationssicherheit schützen. Dabei kann es sich um Herausforderungen wie Wirtschaftsspionage und Datenschutz auf verschiedenen Ebenen handeln oder auch die Notwendigkeit, eine hohe Verfügbarkeit von Informationen für Kunden, Angestellte oder Mitglieder zu gewährleisten. Ein ISMS besteht unter anderem aus Richtlinien, Maßnahmen, Prozessen und Tools, mit denen spezifische Informationssicherheitsrisiken identifiziert und unter Kontrolle gebracht werden können, um somit für die geforderte Informationssicherheit zu sorgen.

Warum benötigt ein Unternehmen ein ISMS? Hintergrund und Bedeutung.

Ein ISMS ist wichtig, um Verfahren und Regeln in einem Unternehmen zu etablieren, die erforderlich sind, um die Informationssicherheit zu gewährleisten und Sicherheitsstandards einzuhalten. Es bildet somit die Grundlage für die Umsetzung von Informationssicherheit innerhalb eines Unternehmens. Mit einem ISMS werden über eine kontinuierliche Prüfung und Überwachung Schwachstellen im System identifiziert, behandelt und die nationalen oder internationalen Standards eingehalten. Davon gibt es einige, wie zum Beispiel die international anerkannte Norm ISO 27001, die Anforderungen spezifiziert, oder den IT-Grundschutz-Katalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als nationalen Standard.

Wie funktioniert das? Eine ISMS-Prozessbeschreibung.

Für die Einführung eines ISMS in einem Unternehmen oder einer Organisation ist es wichtig, im Vorfeld eine ausführliche Analyse über bereits existierenden Sachverhalte sowie die Anforderungen an das ISMS durchzuführen, um daraus gemeinsam einen Implementierungsplan zu entwickeln.

Im Rahmen der Einführung eines ISMS werden Verfahren und Regeln innerhalb des Unternehmens aufgestellt, die sich am Leitbild des Unternehmens sowie den Anforderungen des ISMS orientieren. Die hiervon abgeleiteten Konzepte und Maßnahmen dienen dazu, die Informationssicherheit im Unternehmen nachhaltig zu definieren, zu steuern, zu kontrollieren und kontinuierlich zu verbessern.

Gerade die Kontrolle ist sehr wichtig, damit Abweichungen frühzeitig erkannt werden können und nationale wie internationale Standards eingehalten werden. Ein ISMS muss in allen Hierarchieebenen eines Unternehmens verankert und implementiert sein – hierzu zählt auch die Festlegung von klaren Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter.

 

Besonders wichtig: Die Einbindung der Mitarbeiter in den Prozess.

Es ist von großer Bedeutung, alle Mitarbeiter und Führungskräfte von Anfang an von der Notwendigkeit eines ISMS zu überzeugen. Sie müssen motiviert und sensibilisiert werden, da sie für eine erfolgreiche Implementierung eines ISMS im Unternehmen eine elementare Rolle spielen. Jeder Mitarbeiter sollte zum Beispiel ein schriftliches Exemplar der Leitlinien erhalten und regelmäßig über Neuerungen informiert werden.

Welchen Mehrwert hat eine ISMS-Zertifizierung?

Wenn Sie ein funktionierendes ISMS in Ihrem Unternehmen implementiert haben, sollten Sie das auch nach außen kommunizieren. Am besten eignet sich dafür eine Zertifizierung des ISMS. Damit erreichen Sie, dass Ihre Kompetenzen im Bereich Informationssicherheit öffentlichkeitswirksam und für mögliche Kunden glaubhaft dargestellt werden. Sozusagen ein TÜV-Siegel für den Umgang mit (Kunden-)Informationen. Eine Möglichkeit für die Zertifizierung ist zum Beispiel die schon genannte ISO 27001, definiert von der International Organization for Standardization (ISO) mit Sitz in Genf. Einer Zertifizierung voran geht das sogenannte (Zertifizierungs-)Audit.

Wie kann die Auditierung von ISMS aussehen?

Für eine Auditierung, also die Prüfung des ISMS auf seine Wirksamkeit, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Das Unternehmen kann die Übereinstimmung mit einer Norm bzw. Methodik von sich aus verkünden, Kunden oder Mitglieder bitten diese Übereinstimmung zu bestätigen oder – und das ist die wirkungsvollste Möglichkeit – die Übereinstimmung von unabhängigen, externen Auditoren verifizieren lassen.

Ansprechpartner

Claus Möhler

Claus Möhler

Leiter Consulting
1821

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Fazit:

  • Ein ISMS ist notwendig für die Informationssicherheit in einem Unternehmen oder einer Organisation.
  • Für eine erfolgreiche Implementierung müssen klar definierte Aspekte, wie z.B. eine IST-Analyse, Festlegung von Richtlinien, Einbindung der Mitarbeiter und Regeln für die Umsetzung beachtet werden.
  • Eine ISMS-Zertifizierung ist sinnvoll für die glaubhafte Darstellung der eigenen Informationssicherheit.
  • Die wirkungsvollste ISMS-Auditierung ist eine Prüfung durch unabhängige, externe Auditoren.